Ein überzeugter Sozialdemokrat

Veröffentlicht am 08.04.2013 in Bundespolitik

Sigmar Gabriel zum Tod von Ottmar Schreiner

In tiefer Trauer und erschüttert nimmt die SPD Abschied von Ottmar Schreiner. Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten verlieren mit ihm einen leidenschaftlichen und profilierten Kämpfer für soziale Gerechtigkeit in Deutschland.

Ottmar Schreiner war ein aufrechter Linker und ein überzeugter Sozialdemokrat. Er hat immer die tiefe Verwurzelung unserer Partei in der Arbeiterbewegung hoch gehalten. Die enge Verbindung zu den Gewerkschaften und die entschiedene Verpflichtung für die Schwachen hat er selbst überzeugend verkörpert.

Für die Parteiführung war Ottmar Schreiner oft unbequem, bei vielen Genossinnen und Genossen aber für sein offenes Wort und seine Geradlinigkeit hochgeschätzt. Sicher hat er nicht selten mit Entscheidungen seiner Partei gehadert, dennoch ist er ihr – anders als andere – stets ein engagierter und verlässlicher Mitstreiter geblieben. Mir selbst hat sein Rat viel bedeutet, mit ihm ist ein zuverlässiger und geradliniger Genosse und Freund gegangen.

Ottmar Schreiner war seit 1969 Mitglied unserer Partei. Seit 1980 Jahre gehörte er bis zu seinem Tode dem Deutschen Bundestag an. Für Arbeitnehmerinteressen, für Gewerkschaften und Betriebsräte war er ein wichtiger und wertvoller Ansprechpartner und ein starkes und festes Bindeglied zur SPD. Ich bin ihm besonders dankbar für seine tatkräftige Mithilfe, mit der es in den letzten Jahren wieder gelungen ist, das gespannte Verhältnis zu den Gewerkschaften auf ein neues, tragfähiges Vertrauensfundament zu stellen.

In seiner Zeit als Bundesgeschäftsführer der SPD hat Ottmar Schreiner entscheidend dazu beigetragen, dass die Partei die 1998 gewonnene Regierungsverantwortung geschlossen und selbstbewusst angenommen hat. Er trug die organisatorische Verantwortung für den Umzug des SPD-Parteivorstandes aus dem Bonner Erich-Ollenhauer-Haus ins neue Willy-Brandt-Haus nach Berlin. Zehn Jahre hat Ottmar Schreiner dem SPD-Parteivorstand angehört. Von 2000 bis 2012 stand er an der Spitze der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen der SPD. Ich bleibe dabei, was ich bei seinem Abschied aus diesem Amt gesagt habe: „Es wäre besser gewesen, wir hätten in der Vergangenheit mehr auf Ottmar und die AfA gehört.“ Sein Rat war wichtig und unverzichtbar für den Weg der Sozialdemokratie.

Die SPD ist Ottmar Schreiner dankbar für seinen jahrzehntelangen Einsatz und seine Verdienste für unsere Partei. Er hat in der Sozialdemokratie eine große Lücke hinterlassen, die schwer zu schließen ist. Wir werden ihn nicht vergessen und in seinem Sinn den Kampf für Gerechtigkeit und Solidarität fortführen, der ihn durchdrungen und sein Leben bestimmt hat.

Eine Lücke hat Ottmar Schreiner auch in seiner Familie hinterlassen. Wir sind mit unseren Gedanken bei ihnen. Und mit ihnen eint uns die tiefe Trauer über seinen Tod.

 

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